Womoversum
Das Leben ist zu kurz für nur einen Ort                                                                                                   Life is too short just to stay at one place

Grenzübertritt von Lettland nach Russland über den Grenzort Terehova


Viele haben uns gefragt, wie der Grenzübertritt von Lettland nach Russland bei Terehova abläuft und worauf man achten muss. Deshalb hier einfach mal unsere komplette Erfahrung aus erster Hand.


Als Erstes bucht man auf der lettischen Seite einen Slot für die Einreise.  

Hier der Link: https://lvrobeza.lv/en/border-chekpoints/

Wichtig ist dabei: Wenn ihr mit einem Wohnmobil unterwegs seid, müsst ihr trotzdem „PKW“ auswählen. Ich war leider etwas zu kreativ und habe einen Trailer registriert. Das sorgt nur für unnötige Probleme. Ein Wohnmobil zählt dort ganz normal als PKW.
Wenn der Slot gebucht ist, fährt man ungefähr 15 Minuten vorher zur Grenze und wartet, bis man aufgerufen wird. Der Ablauf auf der lettischen Seite war insgesamt ziemlich entspannt.
Nach der Registrierung bekommt man die ersten Papiere und fährt dann zur Zollschranke weiter. Dort werden die Unterlagen geprüft. Das Ganze dauerte bei uns ungefähr zehn Minuten. Danach ging es zur eigentlichen Kontrolle.
Unsere Kontrolle auf lettischer Seite war überraschend unkompliziert. Die Zöllnerin hat einmal außen ums Wohnmobil geschaut, kurz mit der Taschenlampe hineingeleuchtet und das war’s auch schon. Am Ende kam sogar noch ein freundliches „Gute Fahrt und bleiben Sie gesund“. Das war wirklich angenehm.

Danach fährt man ins Niemandsland zwischen den Grenzen. Dort standen wir erst einmal vor geschlossenen Toren auf russischer Seite. Ein LKW Fahrer erklärte uns, dass gerade Schichtwechsel sei. Also haben wir erstmal gemütlich Kaffee gekocht und im Wohnmobil gefrühstückt. Nach ungefähr 45 Minuten ging es dann weiter.
An der russischen Grenze wurden zuerst die Pässe und Visa kontrolliert. 

Danach kamen die typischen Fragen:
- Warum wollt ihr nach Russland?
- Wie lange bleibt ihr?
- Wo fahrt ihr hin?


Wir hatten es relativ einfach, weil wir eine Einladung unserer Kinder dabeihatten. Als wir erzählt haben, dass wir Familie besuchen und durchs Land reisen möchten, war die Stimmung direkt locker. Einer der Beamten meinte sogar: „Würden wir auch gerne machen.“


Danach hieß es allerdings warten. Nur der Fahrer wird zum Interview aufgerufen. Das wusste ich vorher auch nicht. Meine Frau durfte draußen bleiben.
Im Warteraum saßen wir dann ungefähr zwei Stunden. Zwischendurch wurden immer wieder LKW Fahrer aufgerufen. Irgendwann kam eine junge Mitarbeiterin, gab mir meinen Pass zurück und sagte einfach: „Kommen Sie mit zur Kontrolle.“

Dann begann der eigentliche Grenzcheck.
Wir mussten zuerst mehrere Formulare ausfüllen. Das war ehrlich gesagt der anstrengendste Teil, weil ich ständig irgendwas falsch gemacht habe. Aber die Beamten waren daran gewöhnt. Vieles wurde einfach mit Bleistift vorgemacht und ich musste es sauber übertragen.


Danach kam die Fahrzeugkontrolle.
Motorhaube auf.
Alle Klappen öffnen.
Sitzbänke hoch.
Stauraum zeigen.
Heckgarage öffnen.
Das komplette Wohnmobil wurde kontrolliert. Die Beamten schauten unter das Fahrzeug, in die Radkästen und sogar in den Motorraum. Unsere Euroboxen mussten wir teilweise komplett ausräumen.


Interessanterweise wollten sie vor allem wissen, warum wir so viele Sachen dabeihaben. Zusätzliche Kaffeemaschine, viele Kleidungstücke und so weiter. Meine 

Frau meinte nur trocken:
„Wir leben unterwegs. Wir brauchen das alles.“


Ein Teil unserer Sachen musste dann noch durch einen Scanner wie am Flughafen. Danach wurden wir zur Röntgenanlage geschickt, wo das komplette Wohnmobil durchleuchtet wurde. Das war übrigens der einzige Bereich, in dem Filmen eigentlich verboten war.



Nachdem alles kontrolliert war, durften wir wieder einladen, bekamen unsere Papiere zurück und konnten endlich einreisen.
Die gesamte Prozedur dauerte bei uns ungefähr elf Stunden.
Das klingt erstmal brutal lang. Normal sind dort aber eher sechs bis acht Stunden. Wir hatten einfach Pech, weil der Scanner zwischendurch ausgefallen war und erst repariert werden musste. Danach wurden erstmal alle LKW abgearbeitet, bevor die PKWs dran kamen.



Trotzdem muss ich ehrlich sagen:
Der Grenzübergang war insgesamt deutlich entspannter, als wir vorher erwartet hatten.
Das Wichtigste überhaupt ist die Sprache. Auf lettischer Seite kommt man mit Englisch gut klar. Auf russischer Seite wird es ohne Russisch allerdings wirklich schwierig. Mindestens eine Person sollte die Sprache ordentlich sprechen.
Ich stelle euch auf unserer Webseite auch noch eine Liste mit allen wichtigen Dokumenten und Formularen zusammen, damit ihr überhaupt erstmal einen Überblick bekommt, was man ausfüllen muss und welche Unterlagen man dabeihaben sollte.



Und jetzt interessiert mich natürlich eure Meinung:
Würdet ihr euch so einen Grenzübertritt zutrauen oder wäre euch das zu stressig?
Schreibt es gern in die Kommentare, lasst ein Like da und schaut euch auch die anderen Beiträge auf unserer Seite an.
In diesem Sinne:
Passt auf euch auf und immer schöne Reisen.
Bis bald.

Bitte besuchen Sie diese Seite bald wieder. Vielen Dank für ihr Interesse!



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